Wrong Way 167535 1920

OB Oberdorfer bricht ein Tabu

„Es ist ein Tabubruch – ohne jede Frage“, sagt Jörg Schmidt, stellvertretende Vorsitzender des Plauener CDU-Stadtverbandes. Damit kommentiert er die Tatsache, dass Plauens OB Ralf Oberdorfer bei der Wahl der Mitglieder im regionalen Planungsverband ein Mandat angenommen hat, das eigentlich der zerstrittenen AfD Fraktion zugestanden hätte.

„Grundsätzlich zeigt sich hier, dass die angeblichen Kompetenzen in der selbst ernannten ‚Alternative‘ eben nicht wirklich vorhanden sind. Ansonsten hätte man diese Position sicher selbst besetzt. Höchst problematisch ist es, dass Plauens OB Ralf Oberdorfer sich durch diesen Schlingerkurs mit einer Partei gemein macht, deren Führungspersonal rechtsradikale Ansichten offen vertritt“, findet Schmidt klare Worte und erinnert daran, dass der AfD-Grande Alexander Gauland das dritte Reich noch vor kurzem als „Vogelschiss der Geschichte“ bezeichnete. Andere Führungskräfte der Partei äußern sich ebenfalls eindeutig diffamierend.

Auf das Ticket einer solchen Partei zu segeln, ist nicht korrekt, ganz egal, wie sachbezogen man versucht, sich selbst zu positionieren. „Ralf Oberdorfer geht es nicht um Pragmatismus, sondern um den Ausbau seiner Stellung als Oberbürgermeister. Dabei hat dies verheerende Außenwirkung auf die Wahrnehmung unserer Stadt, auf den Freistaat Sachsen und vermutlich auch auf Fördermittelgeber und potenzielle Investoren“, schätzt Schmidt ein. Gerade dringend benötigte Investoren schauen sich die politischen Rahmenbedingungen genau an, ehe sie in einer Region aktiv werden. Jörg Schmidt: „Als verheerend empfinde ich das Signal, das auf diese Weise nach Berlin und Dresden gesandt wird. Ein OB, der im Verdacht steht, mit der AfD zu sympathisieren, wird sich sicher schwer tun, hier das notwendige Gehör zu finden.“